LLB Vorsorgestiftung mit solidem Ergebnis

Die LLB Vorsorgestiftung für Liechtenstein blickt auf ein erfolgreiches Jahr zurück. Zugleich bereitet sie einen geordneten Führungswech¬sel vor. Dazu Eduard Zorc, Präsident des Stiftungsrats, und Bruno Matt, Geschäftsführer der LVST.

Eduard Zorc, Präsident des Stiftungsrats der LLB Vorsorgestiftung für Liechtenstein, (links) und LVST-Geschäftsführer Bruno Matt.
Eduard Zorc, Präsident des Stiftungsrats der LLB Vorsorgestiftung für Liechtenstein, (links) und LVST-Geschäftsführer Bruno Matt.

Herr Zorc, 2025 war weltweit bereits das dritte starke Börsenjahr in Folge. Wie konnte die LVST davon profitieren?

Eduard Zorc: Als Pensionskasse investieren wir unser Vermögen breit abgestützt an den Finanzmärkten und sind damit auch den Marktentwicklungen ausgesetzt. Die positiven Börsenjahre der vergangenen Zeit haben sich entsprechend vorteilhaft auf unsere Resultate ausgewirkt. Zu Beginn des Jahres 2024 haben wir die Aktienquote in beiden Anlagestrategien erhöht, ein Entscheid, der sich bewährt hat. 2025 erzielten wir ein sehr solides Finanzergebnis: Die Strategie Konservativ erreichte eine Rendite von 6.9 Prozent, die Strategie Dynamisch sogar 8.3 Prozent.

Herr Matt, die LVST verwaltet ein Vermögen von knapp 1.4 Milliarden Franken. Wissen die Versicherten genügend über die Bedeutung der Finanzmärkte?

Bruno Matt: Ich denke, den meisten ist bewusst, dass eine Pensionskasse ihr Kapital investiert. Als einzige Kasse im Land bieten wir unseren angeschlossenen Unternehmen zwei Anlagestrategien mit unterschiedlichen Ertrags- und Risikoprofilen an. Unsere Kunden können somit aktiv mitbestimmen und sich jährlich neu für eine Strategie entscheiden. Da Vorsorgekapital über Jahrzehnte hinweg investiert wird, empfiehlt sich langfristig eine höhere Aktienquote. Ergänzend dazu tragen unsere direkt gehaltenen Immobilien, deren Anteil wir im Jahr 2024 weiter ausgebaut haben, wesentlich zur Stabilität beider Anlagedepots bei.

Können Versicherte selbst etwas tun, um ihre späteren Altersleistungen zu verbessern?

Ja, absolut, und wir informieren regelmässig darüber. Über die Medien, in persönlichen Gesprächen und auf digitalem Weg. Ein Einkauf in die Pensionskasse erhöht nicht nur das Vorsorgekapital, sondern bietet auch steuerliche Vorteile. Über unser Kundenportal kann jeder Versicherte seine persönliche Vorsorgesituation jederzeit online einsehen. Mit wenigen Klicks lassen sich Daten, der Versicherungsausweis oder auch Rentensimulationen abrufen. Diese Möglichkeiten werden rege genutzt.

Wie sieht es für 2025 mit den Zinsen aus?

Je nach Deckungsgrad des jeweiligen Vorsorgewerks verzinsen wir die Altersguthaben unterschiedlich. Letztes Jahr lagen die Zinssätze zwischen 1.5 und 5.75 Prozent. Zusätzlich schütten wir Mittel in die individuellen Reserven der Anschlüsse aus. Das bedeutet: Nicht nur die Versicherten erhalten Zinsen, auch die angeschlossenen Unternehmen erhalten Gutschriften zur Stärkung ihrer Deckungsgrade.

Was heisst das konkret für das vergangene Jahr?

Die finalen Zahlen für 2025 liegen noch nicht vor. Nach aktuellem Stand rechnen wir jedoch damit, das Vorjahresniveau nahezu zu erreichen. Zwar war die Performance etwas tiefer, wir schütten aber grundsätzlich wie jedes Jahr den gesamten Betriebsgewinn an die Unternehmen und ihre Versicherten aus. Hat ein Anschluss einen tieferen Deckungsgrad, wird ein geringerer Zins ausgerichtet, dafür mehr in seine Reserven einbezahlt. Bei deutlicher Überdeckung verhält es sich umgekehrt, solche Anschlüsse erhielten im letzten Jahr Zinssätze von bis zu 5.75 Prozent.

Herr Zorc, was sind die Vorteile dieser flexiblen Verzinsung?

Eduard Zorc: Der wesentliche Unterschied zu anderen Pensionskassen besteht darin, dass wir das gesamte Ergebnis aus der Betriebsrechnung an die angeschlossenen Unternehmen ausschütten. Der jeweilige Anteil wird in Verzinsung für die Versicherten und in Reserven für das Vorsorgewerk aufgeteilt.

Jeder Anschluss bildet bei uns ein in sich geschlossenes Vorsorgewerk, ohne Quersubventionierungen und mit minimalen Solidaritäten. Für grössere, langfristig orientierte Unternehmen ist das ein ideales Modell. Kleineren Unternehmen bieten wir einen "Sammeltopf", der auf kollektiver Basis funktioniert und Schwankungen weitgehend ausgleicht.

20 Jahre Wachstum. Heute zählt die LVST zu den grössten Pensionskassen im Land. Wo punktet die LVST besonders?

Nebst der Individualität bei unseren Anschlüssen setzen wir konsequent auf unsere weiteren Eckpfeiler: das Vertrauen einer stetig wachsenden Zahl von Unternehmen, eine breit diversifizierte und gesunde Versichertenstruktur sowie moderne digitale Prozesse. Und all das bei sehr tiefen Verwaltungskosten Zudem treffen wir strategische Entscheidungen dann, wenn der Zeitpunkt reif ist. So haben wir 2024 unsere Anlagepolitik bewusst angepasst. Seit 2022 investieren wir gezielt in Immobilien – ein klares Bekenntnis zum Standort Liechtenstein. Auch die technischen Parameter passen wir vorausschauend und realistisch an. Wir verstehen uns als zukunftsfähige, langfristig ausgerichtete Pensionskasse, die sich Herausforderungen stellt und innovative Lösungen entwickelt.

Herr Matt, langfristig zu denken gehört zu Ihrem Job. Nun geht es auch um Ihre persönliche Zukunft: Sie planen Ihre Nachfolge?

Bruno Matt: Ja. Seit der Gründung der LVST vor 22 Jahren bin ich als Geschäftsführer tätig. Da ich nun auf meinen 60. Geburtstag zugehe, habe ich mich intensiv mit der Nachfolgeregelung beschäftigt. Ich freue mich sehr, dass wir mit Vincenzo Gregorio einen ausgewiesenen Fachmann gefunden haben, der als designierter Geschäftsführer vorgesehen ist. Wichtig ist mir, dass wir die Übergabe gemeinsam über einen längeren Zeitraum planen und gestalten. So können wir den Know-how-Transfer sicherstellen und unseren Kunden eine durchgehend professionelle Betreuung garantieren.

Vincenzo Gregorio, designierter Geschäftsführer der LVST:
Vincenzo Gregorio, designierter Geschäftsführer der LVST: "Wir gestalten den Übergang gemeinsam und auf Augenhöhe."

 

Seit Oktober 2025 verstärkt Vincenzo Gregorio die Geschäftsleitung der LLB Vorsorgestiftung für Liechtenstein. In den kommenden Jahren übernimmt er als stellvertretender Geschäftsführer eine zentrale Rolle im strukturierten Nachfolgeprozess.

"Den Faktor einer gut geplanten Einarbeitung darf man nicht unterschätzen. Ein vorausschauender Übergabeprozess schafft Stabilität und eröffnet neue Chancen", sagt Bruno Matt, seit 2005 Geschäftsführer der LVST. "Kundenbeziehungen, Zahlen, Prozesse, strategische Themen, Wissenstransfer und Teamkultur, all das braucht Zeit. Vincenzo bringt wertvolle neue Perspektiven ein. Wir gestalten den Übergang gemeinsam und auf Augenhöhe."

Und Vincenzo Gregorio ist sich bewusst, dass die LVST als eine der grössten Sammelstiftungen im Land eine wichtige Rolle für die Altersvorsorge vieler Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer spielt. "Das bedeutet Verantwortung und Vertrauen. Für mich verbinden sich Erfahrung und Aufbruch."

Weiter fügt er an: "Brunos Erfahrung ist für mich von unschätzbarem Wert. Gleichzeitig lässt er mir den Raum, eigene Ideen einzubringen. Ich freue mich darauf, neue Impulse zu setzen und gemeinsam mit dem Team die Pensionskasse von morgen mitzugestalten."